Aphasie - was ist das?
Plötzlich nicht mehr sprechen zu können, ist eine schreckliche Erfahrung, die
ein Aphasiker durchgemacht hat.
Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die als Folge einer Hirnverletzung,
Schlaganfall (80%), Hirntumor oder Hirnentzündung, auftritt.
Je nach Ausmass der Störung sind die Fähigkeiten Sprechen,
Verstehen, Lesen, Schreiben und Rechnen betroffen. Oft sind auch Mimik
und Gestik gestört. Die hierzu erforderliche Therapie kann mehrere Jahre
in Anspruch nehmen.
Aphasie ist keine geistige Behinderung. Für einen Nichtbetroffenen
ist es schwer sich vorzustellen, dass zwar die Sprache gestört, aber das
Denken und die Fähigkeit zur Kommunikation ohne Sprache noch erhalten ist.
Aphasiker können somit Situationen richtig erfassen, beurteilen und logische
Folgerungen ziehen. Es fehlen ihnen aber die Worte.
Aphasie ist keine seltene Behinderung!
Jährlich erkranken in Deutschland ca. 80.000 Menschen neu an dieser Sprachstörung.
Keine Aphasie ist so wie die andere!
Aphasie verändert für den Betroffenen und die nächsten
Angehörigen das ganze Leben.
Aphasiker brauchen
- aufmerksame, geduldige Zuhörer
- viel Ansprache und Hilfe
- viel Zeit und Geduld
und möglichst rasch
- Sprachtherapie
- Ergotherapie
- Krankengymnastik
- Psychosoziale Betreuung
- Ggfs. Neuropsychologische Behandlung
Folge- und Begleiterscheinungen
- Halbseitenlähmung, meist rechts
- psychische Probleme
- Störungen des sprachlichen Gedächtnisses, der Konzentration
und Aufmerksamkeit
- Probleme des Antriebs
- Probleme mit der Planung und Ausführung von Handlungen (Apraxie)
- Orientierungsstörungen
- Ermüdbarkeit, geringe Belastbarkeit
- Sehstörungen (Hemianopsie)
- Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
- Sprechstörungen (Dysarthrie), Schluckstörungen
- Krampfanfälle
- Störungen der Körperwahrnehmung (Sensibilität)
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